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Lernen lernen - SEMINAR INSTITUT

Lernen lernen

Lernen lernen

Lernen ist leidenschaftlich oder emotionslos mechanisch
 
 
Gegen Köpfe mit Sieb, häufige Vergesslichkeit und anstrengendes Lernen ist tatsächlich ein Kraut gewachsen: Seien Sie leidenschaftlich Neugierig!
 
Der Türsteher zum Langzeitgedächtnis entscheidet nach Leidenschaft oder Gleichgültigkeit.
Informationen, die uns kalt lassen, werden erst gar nicht ins Langzeitgedächtnis vorgelassen. Neu und bedeutsam müssen sie sein, um dort einen Speicherplatz zu erhalten. Am besten werden Informationen gespeichert, die mit Angst verbunden sind. Erinnern Sie sich noch, wo sie am 11. September 2001 waren und was sie gerade getan haben, als Sie die ersten Bilder der Anschläge gesehen hatten? Ebenso werden sie sich gut an die Momente oder Tage erinnern, die für Sie mit einem großen Schreck, einem schlimmen Unfall oder einem großen psychischen Trauma verbunden sind.
 
Das Wort Lernen ist sprachlich verwandt mit dem Wort List und Leis.
Also einer Spur nachgehen, nachspüren, schnüffeln. Eine Beute zu erspüren, zu erlegen und sie aufzunehmen. Tatsächlich ist der Wortsinn hier sehr nah an der physiologischen Wahrheit, wie Lernen nach unserem heutigen Kenntnisstand in unserem Gehirn funktioniert - durch das Anlegen von Spuren und Fixpunkten, die wiederum miteinander verbunden werden. Ein Fixpunkt kommt dabei auf bis zu 10.000 Verbindungen. Lernen gelingt mit am besten, wenn Neues an bereits bestehende Fixpunkte andocken kann. Je mehr Fixpunkte mit den neuen Informationen verankert werden, desto höher ist die Speicher- und Abrufmöglichkeit. Deshalb ist das Erlernen völlig neuer, bisher fremder Bereiche, am schwierigsten, weil Fixpunkte und Andockmöglichkeiten erst aufgebaut werden müssen. Weil dies schwer fällt, tun wir es nicht; weil wir es nicht tun, lernen wir es nicht; weil wir es nicht lernen, fällt es uns schwer…
 
Ja, es stimmt, wir lernen im Schlaf - warum das Buch unter dem Kopfkissen dennoch nichts nützt.
Unser Gehirn restrukturiert sich im Schlaf. Neue Verankerungen werden gebildet, nicht mehr benötigte abgeschwächt oder aufgelöst. Deshalb ist die Haltung „erst die Arbeit, dann das Vergnügen“ für die Gedächtnisbildung katastrophal kontraproduktiv! Nach dem Lernen gehören wir zur optimalen Gedächtnisbildung zum Schlafen ins Bett. Nur dann gelingt die Neuverschaltung des Gelernten im Gehirn optimal. Füttern wir das Gehirn nach dem Lernen mit anderen Informationen, entstehen Störungen und Interferenzen, die eine optimale Verankerung verhindern.
 
Neues lernen wir am besten in entspannter Atmosphäre, ohne vollen Bauch und vor dem Einschlafen.
Auch wenn unser Gehirn ständig lernt, eine optimale Gedächtnisbildung wird begünstigt durch eine entspannte Atmosphäre. Ein leichtes Hungergefühl unterstützt die Ausschüttung Verbindung fördernder Neurotransmitter. Schlaf schließlich fixiert die durch das Lernen angeschobenen Restrukturierungen im Gehirn. Dennoch ist das einmalige Lernen einer Information für eine dauerhafte Verankerung nicht ausreichend. Eine dauerhafte Verankerung braucht Wiederholungen. Möglichst viel und möglichst oft. Zwischenzeitlich gilt als gesichert, dass wir beispielsweise handwerkliche Fähigkeiten erst nach mindestens 10.000 Wiederholungen mehr oder weniger perfekt beherrschen. Für alle Bereiche gilt, je mehr Wiederholung, desto besser der Lernerfolg. Nutzen Sie jede auch nur kleinste Möglichkeit, Neues zu wiederholen und sich mit anderen darüber auszutauschen.
 
Für bestimmte Lerninhalte existieren Zeitfenster.
Auch wenn der Mensch ein lebenslang Lernender ist, für bestimmte Lerninhalte existieren Zeitfenster, nach denen ein Grundmuster nicht mehr oder tatsächlich nur sehr, sehr schwer angelegt werden kann. Dies betrifft insbesondere die Entwicklung der Motorik, der Sprache und der Emotionen.
 

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