Streitkultur wertvoller als Harmonie

„Wahrheit ist nie definitiv und der Irrtum immer wahrscheinlich“,

so Sir Karl Popper. Eben deshalb muss permanentes Harmoniestreben kläglich versagen und lauert hinter jeder Ecke der nächste Konflikt. Dass in Büros und Werkhallen vor dieser Tatsache die Augen krampfhaft verschlossen werden, liegt hautpsächlich daran, dass wir Konflikte mit Schuld und persönlichem Versagen verbinden und wir nie gelernt haben, Konflikte als Motor für Entwicklung zu erkennen.

 

Ungelöste Konflikte sind Gift.

Einer der größten Energieräuber und Potenzialvernichter in unserer Arbeitswelt sind verdrängte, doch schwelende Konflikte, mit einem maßgeblichem Anteil am Stresserleben am Arbeitsplatz. Vedrängte Konflikte lähmen und binden Kraft. Versagen eines Tages die Ventile, stehen kollegiales Miteinander und Produktivität weit im Abseits. Da spätestens an diesem Punkt jeder jegliche Verantwortung weit von sich weist, gräbt sich die Negativspirale immer tiefer ein. In den Köpfen, den Arbeitsergebnissen und Zahlen.

 

Was ist der Schlüssel für gute Zusammenarbeit?

Unwahrscheinlich, dass Sie’s noch nicht wussten, aber: Gute Zusammenarbeit gelingt nur, wenn sich alle Beteiligten verantwortlich fühlen. Verantwortlich nicht nur für das, was sie tun, auch für das, was sie nicht tun. Verantwortlich für ihre Empfindungen wie für ihre Kommunikation. Verantwortlich für den eigenen Beitrag zur Kultur des Miteinanders. Für den eigenen Beitrag der Kommunikation unter- und dem Vertrauen zueinander.

 

Vertrauen in die Kompetenz des anderen.

Wer zuhört (wer beherrscht diese Kunst tatsächlich noch?), Konflikte anerkennt und sich in einem Klima gegenseitiger Achtung weiß, findet über die Kultur des Streits zu konstruktiver Kooperation und wird bessere Ergebnisse erzielen. So werden Schattenseiten einer Verweigerung durch die gerne propagierte Selbststeuerung vermieden. Nur wenn sich Mitarbeiter ernst genommen fühlen, entsteht eine Atmosphäre

auch Unbequemes zu kommunizieren mit der Fähigkeit zur Trennung von Sache und Mensch, um wieder mehr Kraft und Begeisterung in die Zusammenarbeit zu bringen.

 

„Nur wo Sterne aufeinanderprallen entstehen neue Welten“,

wußte schon Charles Chaplin. In einem Umfeld, in dem sich jeder auch mit Konflikten einbringen kann und Verantwortung dafür übernimmt, können Unsicherheiten dem Vertrauen in Respekt und Wertschätzung weichen. Blockaden durch Konflikte, auch unterschwellige, finden darin ein sicheres Ventil. Welche Organisation, welches Unternehmen wollte von dem dadurch freiwerdenden Potenzial nicht profitieren? Dies führt uns in der Diskussion um eine adäquate Unternehmenskultur 30 Jahre zurück, als Potenziale, insbesondere Mitarbeiter-Potenziale, die Arena beherrscht hatten. Erkenntnisse schaffen nicht mehr als latente Möglichkeiten. Ergebnisse jedoch resultieren erst durch Handlungen. In Streit und Konflikt liegen die besten Voraussetzungen für Handlungen, da hier das Feuer kraftvoll brennt, im Gegensatz zur Harmonie, an deren Glut man sich nicht verbrennen soll.


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