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Einkaufscontrolling

Steuerung und Erfolgsmessung der Einkaufsaktivitäten durch Kennzahlen, Analysen und Berichtswesen.

Einkaufscontrolling macht die Leistung der Beschaffung messbar und steuerbar. Es liefert dem Management die Informationsgrundlage für fundierte Einkaufsentscheidungen und zeigt, welchen Wert der Einkauf zum Unternehmensergebnis beiträgt.

Zentrale Kennzahlen

  • Einkaufsvolumen: Gesamtwert aller beschafften Güter und Dienstleistungen
  • Savings-Rate: Erzielte Einsparungen im Verhältnis zum Einkaufsvolumen
  • Lieferantenkonzentration: Verteilung des Volumens auf die Lieferantenbasis
  • Maverick Buying: Anteil der Beschaffung außerhalb der definierten Prozesse
  • Total Cost of Ownership (TCO): Gesamtkosten über den Lebenszyklus, nicht nur Anschaffungspreise
  • Liefertreue: Anteil pünktlicher und vollständiger Lieferungen

Instrumente im Detail

Spend-Analyse ist die Grundlage fast aller Controlling-Aktivitäten: Sie beantwortet, wofür das Unternehmen wie viel bei welchen Lieferant:innen ausgibt. Aus dieser Transparenz lassen sich Konsolidierungspotenziale, Maverick-Buying-Quoten und Lieferantenrisiken ableiten.

Preisindex-Tracking vergleicht die eigenen Einkaufspreise mit Marktindizes und Rohstoffpreisen. So lässt sich beurteilen, ob erzielte Preise tatsächlich besser als der Markt sind oder ob Optimierungsbedarf besteht.

Lieferanten-Scorecard misst die Performance einzelner Lieferant:innen systematisch anhand von Qualitätskennzahlen, Liefertreue, Service und Preiskonformität. Sie bildet die Grundlage für Lieferantengespräche und Entwicklungsmaßnahmen.

Savings-Reporting: Hard vs. Soft Savings

Im Reporting ist die Unterscheidung zwischen Hard Savings (tatsächlich realisierte Kostensenkungen, die die GuV verbessern) und Soft Savings (Kostenvermeidungen, Prozessverbesserungen) wichtig. Ohne diese Unterscheidung entstehen Glaubwürdigkeitsprobleme gegenüber dem Finanzbereich.

Strategischer Wertbeitrag

Modernes Einkaufscontrolling geht über reine Kostenbetrachtung hinaus. Es misst auch Innovation, Risikoreduktion, Nachhaltigkeitsbeiträge und die Qualität der Lieferantenbeziehungen als Wertbeitrag des Einkaufs. Je reifer eine Einkaufsorganisation, desto stärker verschiebt sich der Fokus von Einsparungsreporting hin zu strategischer Steuerung.

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