IFRS (International Financial Reporting Standards)
Internationale Rechnungslegungsstandards, die eine weltweit vergleichbare Darstellung von Jahresabschlüssen ermöglichen.
IFRS sind internationale Rechnungslegungsstandards, die vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegeben werden. Kapitalmarktorientierte Unternehmen in der EU sind seit 2005 verpflichtet, ihren Konzernabschluss nach IFRS zu erstellen.
IFRS vs. HGB
Der wesentliche Unterschied liegt in der Bewertungsphilosophie. Das HGB verfolgt das Vorsichtsprinzip und bevorzugt niedrigere Wertansätze. IFRS betonen den Fair-Value-Ansatz und zielen auf eine möglichst realitätsnahe Darstellung der Vermögensverhältnisse.
| Kriterium | HGB | IFRS |
|---|---|---|
| Bewertungsprinzip | Vorsichtsprinzip | Fair Value |
| Zielgruppe | Gläubigerschutz | Investor:innen-Information |
| Anwendungsbereich | Deutschland (Einzel- und Konzernabschluss) | International (Konzernabschluss) |
| Anlagevermögen | Anschaffungskosten abzügl. Abschreibungen | Auch Neubewertungsmodell möglich |
Wichtige Standards im Überblick
- IFRS 9: Finanzinstrumente (Bewertung und Wertminderung)
- IFRS 15: Umsatzrealisierung aus Kundenverträgen
- IFRS 16: Leasingverhältnisse (alle Leasingverträge in der Bilanz)
- IFRS 17: Versicherungsverträge (seit 2023)
- IAS 36: Wertminderung von Vermögenswerten
- IAS 38: Immaterielle Vermögenswerte
Auswirkungen auf das Controlling
IFRS-Abschlüsse liefern andere Kennzahlen als HGB-Abschlüsse. Durch die Aktivierung von Nutzungsrechten aus IFRS 16 steigen Bilanzsumme und EBITDA, was bei Kennzahlenvergleichen mit HGB-Unternehmen berücksichtigt werden muss.
Relevanz für Führungskräfte
Wer mit IFRS-Abschlüssen arbeitet oder internationale Berichte lesen muss, braucht ein Grundverständnis der anderen Bewertungslogik. Viele Entscheidungen im Controlling, bei Unternehmenskäufen und in der Finanzplanung sind nur mit IFRS-Kenntnissen richtig einzuordnen.