Lean Startup
Methode zur Entwicklung neuer Produkte und Geschäftsmodelle durch kurze Lernzyklen, frühzeitiges Testen und datenbasiertes Entscheiden.
Lean Startup ist eine Methode, die von Eric Ries in seinem 2011 erschienenen Buch “The Lean Startup” beschrieben wurde. Sie verändert den Prozess der Produktentwicklung und Unternehmensgründung grundlegend: Statt große Lösungen zu bauen und dann zu testen, wird in kleinen Schritten systematisch gelernt.
Der Build-Measure-Learn-Zyklus
Der Kern von Lean Startup ist ein kontinuierlicher Lernzyklus:
- Build: Einen Minimum Viable Product (MVP) so schnell wie möglich erstellen – nur das Nötigste, um Hypothesen zu testen
- Measure: Reaktionen echter Nutzer:innen auf den MVP messen – mit klaren Kennzahlen, nicht mit Meinungen
- Learn: Erkenntnisse ableiten, Hypothesen validieren oder verwerfen – und den nächsten Zyklus informieren
Je schneller dieser Zyklus durchlaufen wird, desto schneller entsteht echtes Wissen über den Markt.
Minimum Viable Product (MVP)
Ein MVP ist die einfachste Version eines Produkts, die genug Funktionalität hat, um erste echte Learnings zu generieren. Es ist kein unfertiges Produkt, sondern ein gezieltes Lernwerkzeug. Die Qualitätsfrage ist bewusst sekundär: Besser eine funktionierende, knappe Lösung, die getestet werden kann, als eine aufwendige Lösung, die niemand braucht.
Pivot oder Persevere
Lean Startup stellt regelmäßig die Frage: Sollten wir am Kurs festhalten oder die Richtung grundlegend ändern (pivotieren)? Ein Pivot ist keine Niederlage, sondern ein informierter Kurswechsel auf Basis echter Daten. Bekannte Pivot-Beispiele aus der Startup-Welt: Instagram (ursprünglich ein Location-basiertes Check-in-Spiel), Slack (ursprünglich ein Gaming-Tool) oder Twitter (ursprünglich ein Podcast-Verzeichnis).
Lean Startup in etablierten Unternehmen
Im Corporate-Kontext sprechen Unternehmen von Corporate Innovation oder Intrapreneurship. Die Prinzipien bleiben gleich: Annahmen explizit machen, frühzeitig testen und auf Basis von Nutzerdaten entscheiden. Die Herausforderung liegt im kulturellen Umfeld – Konzernstrukturen belohnen Planung, nicht Experimente.