Six Sigma
Datengetriebene Methodik zur systematischen Reduktion von Fehlern und Prozessvariationen auf nahezu null.
Six Sigma ist eine datengetriebene Methodik zur Verbesserung von Geschäftsprozessen. Das Ziel: maximal 3,4 Fehler pro eine Million Möglichkeiten – das entspricht einem Sigma-Level von 6. Entwickelt wurde der Ansatz in den 1980er-Jahren bei Motorola, geprägt und verbreitet vor allem durch General Electric unter Jack Welch.
Der DMAIC-Zyklus
Der DMAIC-Zyklus ist das Herzstück von Six Sigma für bestehende Prozesse:
- Define: Problem definieren, Kundenanforderungen (CTQs – Critical to Quality) klären und Projektziel festlegen
- Measure: Aktuelle Prozessleistung messen, Datenbasis schaffen und Messsystem validieren
- Analyze: Ursachen für Abweichungen und Fehler statistisch analysieren und Haupttreiber identifizieren
- Improve: Lösungen entwickeln, testen und systematisch implementieren
- Control: Verbesserungen dauerhaft verankern, Kontrollmechanismen einrichten und Ergebnisse überwachen
Für neue Prozesse oder Produkte gibt es das DMADV-Modell (Define, Measure, Analyze, Design, Verify).
Rollen im Six-Sigma-System
- Champion: Führungskraft, die das Projekt unterstützt, Ressourcen bereitstellt und Hindernisse aus dem Weg räumt
- Black Belt: Vollzeit-Projektleiter:in mit tiefem methodischem Wissen und statistischer Kompetenz
- Green Belt: Projektmitarbeiter:in, der/die Six Sigma neben dem Tagesgeschäft einsetzt
- Yellow Belt: Grundlegendes Methodenverständnis für alle Mitarbeitenden im Projektumfeld
Werkzeuge
Ursache-Wirkungsdiagramm (Ishikawa/Fischgräte), Pareto-Analyse, Prozesskarten, Messsystemanalyse, Statistische Prozesskontrolle (SPC) und Design of Experiments (DoE) gehören zum Six-Sigma-Werkzeugkasten.
Lean Six Sigma
Die Kombination aus Lean (Verschwendung eliminieren) und Six Sigma (Variation reduzieren) vereint die Stärken beider Ansätze. Lean Six Sigma ist heute der am weitesten verbreitete Ansatz in der Prozessverbesserung und kombiniert Flussoptimierung mit statistischer Qualitätsverbesserung.