Liquiditätsplanung
Systematische Planung und Überwachung der Zahlungsfähigkeit durch Prognose von Ein- und Auszahlungen.
Liquiditätsplanung ist die systematische Prognose und Steuerung der Ein- und Auszahlungen eines Unternehmens. Ihr Ziel ist es, die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicherzustellen.
Warum Liquidität entscheidend ist
Ein Unternehmen kann profitabel sein und trotzdem zahlungsunfähig werden – wenn Einnahmen zu spät kommen und Ausgaben sofort fällig sind. Insolvenz entsteht nicht nur durch Verluste, sondern durch fehlende Zahlungsfähigkeit zum falschen Zeitpunkt.
Zeithorizonte
- Kurzfristig (täglich/wöchentlich): Kontostand, fällige Zahlungen, erwartete Eingänge
- Mittelfristig (monatlich): Liquiditätsvorschau über 3 bis 12 Monate
- Langfristig (jährlich): Finanzplanung im Rahmen der Unternehmensplanung
Instrumente
- Liquiditätsvorschau: Tabellarische Gegenüberstellung von Einzahlungen und Auszahlungen
- Cash-Flow-Rechnung: Ermittlung des tatsächlichen Zahlungsmittelflusses
- Szenarioanalyse: Best Case, Worst Case und realistisches Szenario durchspielen
Aufbau eines Liquiditätsplans
Ein typischer Liquiditätsplan gliedert sich in drei Bereiche:
- Einzahlungen: Umsatzerlöse, Anzahlungen, Subventionen, Kreditauszahlungen
- Auszahlungen: Personalkosten, Lieferanten, Mieten, Steuern, Zinsen, Tilgungen
- Saldo und Bestand: Monatssaldo plus Anfangsbestand ergibt den Endbestand
Maßnahmen bei Engpässen
Forderungsmanagement beschleunigen, Zahlungsziele mit Lieferant:innen verhandeln, Kreditlinien nutzen und Investitionen zeitlich verschieben sind typische Hebel zur Verbesserung der Liquiditätssituation. Je früher ein Engpass erkannt wird, desto mehr Handlungsspielraum bleibt.